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1.

Das Löwenhoroskop

2.

Animation Löwenhoroskop

3. Die Kröning von König Mithradates

1. Das Löwenhoroskop

Das Löwenhoroskop auf der Westterrasse des Nemruds ist das älteste bekannte Horoskop der Welt. Die in diesem Horoskop dargestellte Konstellation wird in den nächsten 25000 Jahren in dieser Weise nicht wieder zu sehen sein.

In der Animation auf der nächsten Seite können Sie erleben, welches Schauspiel Ihnen der westliche Himmel geboten hätte, wenn Sie am 14. Juli 109 v. Chr. auf der Westterrasse auf dem Gipfel des Nemruds gestanden hätten. Viel Spaß dabei!

Das Löwenhoroskop befindet sich auf einer Steintafel von 1.75 x 2.40 Metern und einer Dicke von 47 Zentimetern. Zunächst sieht man nur einen Löwen, der nach rechts marschiert. Beim genaueren Hinsehen erkennt man, daß auf dem Löwen 19 Sterne abgebildet sind. Jeder Stern ist mit acht Strahlen dargestellt. Von einem kleinen Unterschied abgesehen, sind die 19 Sterne so gruppiert, wie Ephemeris von Eratosthenes das Sternbild des Löwen beschrieben hatte.

Unter seinem Hals trägt der Löwe eine Sichel, das Symbol für den neuen Mond. Über dieser Sichel leuchtet der Stern Regulus. Regulus wurde schon seit Anbeginn der Menschheit mit dem König in Verbindung gebracht. Regulus erhielt seinen heutigen Namen von Kopernikus, bezogen auf den früheren Namen "Rex", dem Äquivalent zu "Basileus" von Ptolemeus. Im antiken Akkadia wurde er "Amil-gal-ur", König der Himmelsphäre, genannt. Die Babylonier nannten ihn nach ihrem Wort für König: "Sharu". Im antiken Persien bezeichnete man ihn als "Miyan". Dort führte er die vier königlichen Sterne an.

Über dem Rücken des Löwen sind drei Sterne mit je 16 Strahlen dargestellt. Diese stellen keine Sterne dar, sondern Planeten. Von links nach rechts sind Mars, Merkur und Jupiter zu sehen. Über ihnen sind ihre griechischen Namen zu lesen.

Das Löwenhoroskop scheint also so etwas wie eine Fotographie der Positionen von den dargestellten Himmelskörper zu einer bestimmten Stunde, an einem bestimmten Datum, zu sein. Aber an welchem Datum?

Jupiter benötigt 12 Jahre, um die Ekliptik zu durchlaufen, Mars braucht 2 Jahre und Merkur 1 Jahr. Der Mond durchläuft die Ekliptik innerhalb eines Monats. Demnach bestimmen die langsameren Planeten Jupiter und Mars das Jahr, Merkur bestimmt den Monat, und der Mond bestimmt den genauen Tag.

Zunächst wurden die Jahre bestimmt in denen Jupiter im Sternbild des Löwen zu sehen war, wie es auf der Steintafel dargestellt ist. Von diesen Jahren wurden diejenigen herausgefiltert, in denen auch der Mars diesen Teil der Ekliptik durchlief. Danach wurden die Bahndaten des Merkur berechnet.

Als zweites Kriterium wurde die Reihenfolge dieser Planeten genommen, also Mars-Merkur-Jupiter, wie es auf dem Löwenhoroskop zu sehen ist. Das Resultat der Berechnung dieser Konstellation war der 14. Juli 109 v. Chr.

Normalerweise ist Merkur die meiste Zeit nicht mit bloßem Auge zu beobachten. Aber an diesem Tag hatte Merkur auf seiner Bahn gerade seine größte Entfernung von der Sonne erreicht und war dadurch gut sichtbar.

Die Zeitspanne zwischen Sonnenuntergang und dem Untergang des Mondes betrug 17 Minuten. Wenn die Mond-Regulus Konjunktion vom Gipfel des Berges zu sehen war, dann war es nur für kurze Zeit: gerade noch vor dem Untergang des Mondes um 19:37 Uhr Ortszeit. In diesen wenigen Minuten war die ganze Konstellation, wie sie in dem Löwnhoroskop dargestellt ist, zu sehen.

Durch dieses Phänomen ist es möglich, nicht nur das genaue Datum, sondern auch die genaue Stunde der dargestellten Konstellation zu bestimmen: 19:35 Uhr Ortszeit. Das Löwenhoroskop gibt uns also nicht nur das Datum der Planetenkonstellation, sondern auch die genaue Uhrzeit!

Dies ist erstaunlich, schrieb doch der Wissenschaftler Puchstein:"Solch ein Relief kann nur sehr ungenau die Positionen der Himmelskörper darstellen ..."

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2. Animation Löwenhoroskop >

Ich möchte mich bedanken bei Dr. J.Meeus, P.Eng. J.Rademaker, Prof. C. de Jager von der Space Research Organization Netherlands und bei Dr. G. Schilling vom Artis Planetarium für ihre Hilfe und Unterstützung. Mein besonderer Dank gilt Prof. S.Sahin für seine großzügige Zusammenarbeit.

 

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