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1. Kommagene: Das vergessene Königreich
2. König Mithradates I. Kallinikos
3. König Antiochos I. Theos
4. Kunst
5. Handel
6. Der Krieg mit Rom
7. Das Ende von Kommagene

1. Kommagene: Das vergessene Königreich

Das Königreich Kommagene lag im Südosten der heutigen Türkei, an den oberen Regionen des Euphrat.

"Eichen und Platanen bedecken die Hügel, die Täler sind voll Feigen-, Oliven,- Walnuß- und Granatapfelbäumen, Wein und Oleander; der Getreideanbau erzielt die reichsten Ernten." Es ist schwer zu glauben, daß diese Beschreibung vor etwas mehr als hundert Jahren von einem deutschen Reisenden gemacht wurde. Wenn man seinen Bericht liest, meint man die Beschreibung des Garten Eden vor sich zu haben. Tatsächlich wird von vielen Menschen angenommen, daß der Garten Eden hier zu finden war.

Heute kann von einem Paradies keine Rede mehr sein. Die meisten Bäume wurden gefällt und die Ziegen fressen eifrig die letzten Spuren der Vegetation. Dennoch beginnt die vor kurzem begonnene Bewässerung Erfolge zu erzielen und es werden in letzter Zeit auch Versuche zur Aufforstung gemacht. Der Boden ist immer noch fruchtbar und klares Wasser entspringt aus unzähligen Quellen.

Früher war Kommagene ein reiches Land, bekannt für seinen Reichtum an Mineralien und Erzen. Ein Teil dieses Reichtum wurde heutzutage wiederentdeckt. Zum Beispiel wurde in den sechziger Jahren im Euphrat erfolgreich nach Gold geschürft.

Eine andere Entdeckung war das Erdöl. Während der letzten Jahre wurde in dieser Region intensiv nach Rohöl gebohrt. Überall in der Landschaft vermehren sich die Bohrtürme der Turkish Petrol Organisation (TPO), um nach dem schwarzen Gold zu suchen.

Aber jetzt wollen wir in der Zeit zurückspringen. Um 850 v. Chr. wurde Kommagene zum ersten Male schriftlich erwähnt. Nach den Aufzeichnungen eines assyrischen Königs hatte das kommagenische Volk an ihm einen jährlichen Tribut an Gold, Silber und Zedernholz zu zahlen. Anscheinend war die wertvolle Zeder zur damaligen Zeit nicht nur im heutigen Libanon verbreitet, sondern auch in Kommagene. Mit der Zeit wurde Kommagene wurde zum Satellitenstaat von Assyrien.

Um 700 v. Chr. rebellierte ein kommagenischer König gegen die Assyrer. Dieser Aufstand wurde von dem assyrischen König Sargon niedergeschlagen. Von Sargon stammt folgende lebhafte Beschreibung des aufständischen Königs : "Er ist ein gottloser Mann, der die Götter nicht fürchtet. Er verschwört sich mit schlechten Dingen und ist voller Verschlagenheit.." Es ist anzunehmen, daß Sargons Beschreibung ein wenig subjektiv ist. Er fährt fort:

"Ich nahm ihm seine Frau, seine Söhne, seine Töchter, seine Besitztümer, seine Schätze, und zum Schluß nahm ich die Bevölkerung seines Landes und brachte sie in den Süden von Mesopotamien (im heutigen Irak). Keiner wurde verschont. Das Volk aus dem Süden Mesopotamiens brachte ich nach Kommagene."

Wie wir sehen, war die Praxis der Deportation schon in der damaligen Zeit ein Mittel der Politik.

Um das Jahr 600 v. Chr. wurden die Assyrer von den Babyloniern unterworfen. Die Entscheidungsschlacht fand statt bei der Stadt Samosata, die später die Hauptstadt von Kommagene werden sollte. Hier vereinigten sich die letzten Legionen der Assyrer mit der ägyptischen Armee, um den Babyloniern zu widerstehen. Die vereinigten Kräfte wurden von dem babylonischen König vernichtend geschlagen.

Aber das Blatt wendete sich wieder und um 550 v. Chr. wurden die Babylonier von den Persern vertrieben. Die Perser wiederum wurden dann von den vordringenden Griechen unter Alexander dem Großen unterworfen.

Um 300 v. Chr. kommt ein Erbe Alexanders in den Besitz des Landes. Dies war König Seleukos I. Nicator, der die Dynastie der Seleukiden begründete. Er ist einer der griechischen Vorfahren der kommagenischen Könige. Nach fast siebenhundert Jahren wechselnder Geschichte wurde Kommagene um 130 v. Chr. ein unabhängiges Königreich.

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2. König Mithradates I. Kallinikos >

 

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